Leistungsspektrum

Testungen und kognitives Training

Kognitives Training: Fitness für das Gehirn

Unsere geistige Leistungsfähigkeit bestimmt, wie sicher wir uns im Alltag bewegen, wie gut wir mit Stress umgehen und wie selbstbestimmt wir leben. Im Rahmen von neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen kommt es jedoch häufig zu Einschränkungen der Konzentration, des Gedächtnisses oder der Planungsfähigkeit. [1, 2, 3]

In der Praxis am Wimbach bieten wir Ihnen ein strukturiertes, wissenschaftlich fundiertes kognitives Training an. Als zielgerichtetes „Gehirntraining“ hilft es dabei, geistige Funktionen gezielt zu stärken, verloren gegangene Fähigkeiten zu reaktivieren und Abbauprozessen aktiv entgegenzuwirken. [1, 2, 3]

Der wissenschaftliche Hintergrund (Neuroplastizität)

Die Wirksamkeit des kognitiven Trainings basiert auf dem Prinzip der lebenslangen Neuroplastizität des menschlichen Gehirns. Unser Denkorgan ist kein starres System; es ist bis ins hohe Alter hinein fähig, neue Nervenverbindungen (Synapsen) zu knüpfen und bestehende Netzwerke zu reorganisieren, wenn es richtig gefordert wird. [1, 2]

Durch computergestützte, wissenschaftlich validierte Trainingsprogramme (z. B. spezielle neuropsychologische Therapiesoftware) und alltagsnahe Übungen setzen wir gezielte Reize. Dieses repetitive (wiederholende) Training führt dazu, dass gesunde Hirnareale die Aufgaben von geschädigten Bereichen übernehmen können. Das Training ist dabei adaptiv: Die Software passt den Schwierigkeitsgrad in Echtzeit automatisch an Ihre Tagesform und Ihre Fortschritte an – so wird das Gehirn optimal gefordert, aber niemals überfordert. [1, 2, 3, 4, 5]

Indikationen (Anwendungsbereiche)

Das kognitive Training setzen wir in unserer Praxis sowohl präventiv als auch therapeutisch bei folgenden Beschwerdebildern ein:

  • Demenz und leichte kognitive Störungen (Mild Cognitive Impairment – MCI):
    Zur Früherkennung und zum gezielten Hinauszögern von Abbauprozessen bei Morbus Alzheimer oder vaskulärer Demenz. Das Training stabilisiert die Alltagsautonomie so lange wie möglich. [1, 2, 3]
  • Nachsorge nach Schlaganfall, Hirnblutung oder Schädel-Hirn-Trauma:
    Zur Rehabilitation von spezifischen Ausfällen wie Aufmerksamkeitsdefiziten, Wortfindungsstörungen, Gesichtsfeldeinschränkungen (Neglect) oder Gedächtnislücken. [1]
  • Long-COVID / Post-COVID & Post-Vac-Syndrom:
    Zur gezielten Behandlung des sogenannten „Gehirnnebels“ (Brain Fog), ausgeprägten Konzentrationsstörungen und chronischer mentaler Erschöpfung (Fatigue). [1, 2]
  • Depressionen & Burnout-Syndrom:
    Viele depressive Patienten leiden unter massiven Pseudodemenzen (Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen). Hier hilft das Training, die mentale Leistungsfähigkeit und das Selbstvertrauen im Genesungsprozess wiederaufzubauen. [1, 2]
  • ADHS / ADS im Jugend- und Erwachsenenalter:
    Zur gezielten Stärkung der exekutiven Funktionen (Arbeitsgedächtnis, Impulskontrolle, Handlungsplanung und Strukturierung des Alltags). [1, 2, 3, 4]

Der Behandlungsablauf in der Praxis

  1. Neuropsychologische Diagnostik (Status quo): Am Anfang steht immer eine kognitive Testung in unserer Praxis. Mithilfe standardisierter Testbatterien ermitteln wir exakt Ihr individuelles Stärken- und Schwächenprofil. [1]
  2. Individueller Trainingsplan: Auf Basis der Testergebnisse erstellen wir einen maßgeschneiderten Therapieplan, der genau an Ihren Defiziten ansetzt (z. B. gezieltes Raum-Lage-Training oder Fokussierungsübungen). [1]
  3. Die Trainingssitzungen: Das Training findet in der Regel ein- bis mehrmals wöchentlich in unseren Praxisräumen statt. Eine Einheit dauert ca. 45 Minuten. Ergänzend leiten wir Sie an, wie Sie bestimmte Übungen selbstständig in Ihren Alltag integrieren oder zu Hause fortführen können. [1, 2, 3, 4]

⚖️ Kostenübernahme & Abrechnung

Selbstzahler: Sie können das kognitive Training auch präventiv zur geistigen Vitalität im Alter als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) in Anspruch nehmen. [1, 2, 3, 4]

Private Krankenversicherungen & Beihilfe: Die Kosten für die neuropsychologische Diagnostik und das anschließende kognitive Training werden von den privaten Kassen und der Beihilfe im Regelfall unter den Ziffern für psychiatrisch-psychotherapeutische oder übende Verfahren vollständig übernommen.

Gesetzliche Krankenkassen (GKV): Das kognitive Training kann als neuropsychologische Therapie bei nachgewiesenen erworbenen Hirnschädigungen (z. B. nach Schlaganfall oder Trauma) über das Kostenerstattungsverfahren beantragt werden. Zudem besteht oft die Möglichkeit, die Leistung im Rahmen einer ergotherapeutischen Heilmittelverordnung (Hirnleistungstraining) einzubinden. Wir beraten Sie hierzu individuell.

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