Leistungsspektrum

Praxishund Coco

Tiergestützte Therapie mit dem Praxishund: Vertrauen auf vier Pfoten

Neben unserer Reittherapie bieten wir Ihnen direkt in den Räumen der Praxis am Wimbach die tiergestützte Therapie mit unserem Praxishund an. Ein gut ausgebildeter Therapiebegleithund ist weit mehr als ein sympathischer Vierbeiner – er ist ein aktiver Brückenbauer in der neurologischen und psychiatrischen Behandlung.

Hunde besitzen die einzigartige Fähigkeit, den Menschen wertfrei und ohne Vorurteile zu begegnen. Diese bedingungslose Akzeptanz schafft im Behandlungszimmer eine Atmosphäre von Sicherheit, Ruhe und tiefem Vertrauen.

Der wissenschaftliche und neurobiologische Hintergrund

Die Interaktion mit einem Therapiehund löst im menschlichen Körper nachweisbare biochemische und neuropsychologische Prozesse aus:

  1. Die hormonelle Ebene (Das „Kuschelhormon“ Oxytocin):
    Bereits das bloße Ansehen und Streicheln eines Hundes führt beim Menschen nachweislich nach wenigen Minuten zu einer massiven Ausschüttung von Oxytocin. Dieses Hormon senkt direkt den Spiegel des Stresshormons Cortisol. Die Folge: Der Blutdruck sinkt, die Herzfrequenz beruhigt sich und ein tiefes Gefühl von Entspannung und Geborgenheit setzt ein.
  2. Spiegelung und Emotionsregulation:
    Hunde reagieren extrem feinfühlig auf die Körpersprache, den Tonfall und die unbewusste Anspannung ihres Gegenübers. Sie spiegeln emotionale Zustände sofort und absolut ehrlich. Patienten lernen dadurch im geschützten Rahmen, ihre eigene emotionale Anspannung wahrzunehmen und gezielt herunterzuregulieren.
  3. Aktivierung des Belohnungssystems:
    Die Interaktion und das Lösen kleiner Aufgaben mit dem Hund (z. B. durch Handzeichen oder Kommandos) schütten das Motivationshormon Dopamin aus. Das stärkt die Selbstwirksamkeit und hilft Patienten, aus der Spirale von Antriebslosigkeit und negativen Gedankenschleifen auszubrechen.

Indikationen (Anwendungsbereiche)

Der Einsatz des Praxishundes ist in unserer Arbeit eine wertvolle Unterstützung bei folgenden Krankheitsbildern:

  • Depressionen & Burnout: Als sanfter Motivator bei ausgeprägter Antriebslosigkeit, emotionaler Erstarrung und sozialem Rückzug.
  • Angst- und Panikstörungen: Zur sofortigen Erdung bei innerer Unruhe, zur Reduktion von Hyperarousal (chronischer Übererregung) und zur Beruhigung des Nervensystems.
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): Der Hund vermittelt ein Gefühl von Sicherheit im Hier und Jetzt und hilft, emotionale Blockaden sanft zu lösen.
  • Demenziell Erkrankte (Früh- und Spätstadien): Hunde aktivieren das Langzeitgedächtnis, fördern die nonverbale Kommunikation und lindern die im Rahmen von Demenzen oft auftretende Unruhe oder Aggression.
  • ADHS im Jugend- und Erwachsenenalter: Zur gezielten Schulung der Impulskontrolle, Aufmerksamkeit und der Wahrnehmung der eigenen Außenwirkung.

Der Ablauf in der Praxis

Der Hund ist ein fester, aber achtsam gesteuerter Teil unseres Teams. Er wird nur dann aktiv in Ihre Therapiesitzung eingebunden, wenn eine klare medizinische Indikation vorliegt und Sie dies ausdrücklich wünschen.

Vor der ersten Begegnung besprechen wir eventuelle Ängste oder Allergien. Unser Hund wird regelmäßig tierärztlich untersucht, ist speziell für den therapeutischen Einsatz geschult und arbeitet streng nach den geltenden Hygiene- und Tierschutzrichtlinien.

⚖️ Kostenübernahme & Abrechnung

  • Private Krankenversicherungen & Beihilfe: Wenn der Hund im Rahmen einer psychotherapeutischen oder psychiatrischen Behandlung als therapeutisches Hilfsmittel oder im Rahmen von übenden Verfahren eingesetzt wird, übernehmen private Kassen die Sitzungen in der Regel voll.
  • Gesetzliche Krankenkassen (GKV): Die tiergestützte Therapie mit dem Hund ist meist Bestandteil der regulären psychiatrischen oder psychotherapeutischen Komplexleistung in unserer Praxis und verursacht für Sie keine zusätzlichen Kosten, sofern sie in die reguläre Sprechstunde integriert ist.
  • Selbstzahler: Spezifische Einzelsitzungen zur reinen Stressreduktion oder zum Resilienztraining mit dem Hund können unkompliziert als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) gebucht werden.

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